MONTESSORI-THERAPIE

Montessori-Therapie ist eine Fördermaßnahme zur Eingliederungshilfe. Sie basiert auf den Erkenntnissen und Richtlinien der Ärztin Dr. Maria Montessori.

Die Montessori-Therapie wurde am Kinderzentrum München unter Prof. Dr. Theodor Hellbrügge aus der Montessori-Pädagogik und neben der Montessori-Heilpädagogik entwickelt und unter Prof. Dr. Hubertus von Voß systematisiert. Seit 1994 wird die Montessori-Therapie berufsbegleitend gelehrt.

 

DIE GRUNDLAGEN DER MONTESSORI-THERAPIE

• die weltweit anerkannte und bewährte Montessori-Pädagogik, entwickelt durch die italienische Ärztin und Pädagogin Dr. Maria Montessori

• aktuelle Erkenntnisse der Neurophysiologie und Neuropsychologie, der Sozialpädiatrie und Genetik

• aktuelles Wissen der Entwicklungsrehabilitation über die Auswirkungen von Behinderung und/oder chronischer Krankheit auf betroffene Personen und deren Familie, Pflegekreis und weitere Kontaktpersonen

 

DIE METHODE

Die Montessori-Therapie zeichnet sich durch ihren ganzheitlichen, stärkenorientierten Förderansatz und ihre strukturierte Arbeitsweise in vorbereiteter Umgebung mit wissenschaftlichen Entwicklungsmaterialien aus. Der Leitsatz des Montessori-Konzeptes "Hilf mir, es selbst zu tun" spiegelt das methodische Vorgehen durch Selbsterziehung wieder. Neben der Hilfe zur bestmöglichen Integration des Patienten in das soziale Umfeld unterstützt die Montessori-Therapie in der Fördermaßnahme die direkten Bezugspersonen des Patienten und leitet sie bei Bedarf an.

 

AUFGABEN DER MONTESSORI-THERAPIE

Die Aufgabe der Montessori-Therapie ist die Förderung der Gesamtentwicklung durch Anregung von sensomotorischen, kognitiven, sozialen, und emotionalen Entwicklungsprozessen. Aufgabe der Therapie ist es, eine drohende seelische und/oder körperliche Behinderung zu verhüten, eine vorhandene Einschränkung oder deren Folgen zu mildern und/oder zu kompensieren und die Integration des Patienten in sein Lebensumfeld zu ermöglichen. Montessori-Therapie hat neben der Hilfe zur bestmöglichen Integration des Patienten in das soziale Umfeld die Aufgabe, die direkten Bezugspersonen des Patienten zu unterstützen und bei Bedarf anzuleiten. Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Ärzten, Psychologen und/oder Therapeuten anderer Fachbereiche geschieht gleichermaßen wie die Zusammenarbeit mit den Personen und Einrichtungen aus dem Lebensumfeld des Patienten.

Die Arbeit mit Patienten 

• "sensibles Beobachten" durch den Therapeuten

• patientenzentrierte Handlungsweise, Orientierung an den Stärken des Patienten

• zurückhaltendes Angebot von Hilfe und Unterstützung durch den Therapeuten

• vorbereitete Umgebung mit Material zur indirekten Führung des Patienten

Die Arbeit mit den Bezugspersonen

• Begleitung durch beratende Gespräche

• Teilnahme der Bezugspersonen an der Therapiesituation und/oder eigenes Beobachten der Förderung am Modellverhalten des Montessori-Therapeuten

• Verzicht auf die enge Einbeziehung der direkten Bezugsperson nur unter therapeutischen Gesichtspunkten

Der Therapietransfer in der Montessori-Therapie entsteht durch

• Einbeziehung der Bezugspersonen

• Modellverhalten des Therapeuten

• Aufzeigen der in der Familie vorhandenen natürlichen Lernprozesse und Hilfe zur Anwendung

• interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Ärzten, Psychologen und/ oder Therapeuten anderer Fachbereiche und mit Personen und Einrichtungen aus dem Lebensumfeld des Patienten

 

DAS ARBEITSFELD DER MONTESSORI-THERAPEUTEN

Das Montessori-Therapie Diplom befähigt, selbständig und selbstverantwortlich als Montessori-Therapeut zu arbeiten. Der Montessori-Therapeut ist zur interdisziplinären Zusammenarbeit fähig und kann Hilfskräfte anleiten und gruppenübergreifend arbeiten.

Montessori-Therapeuten können tätig sein in:

• freien Praxen

• Sozialpädiatrischen Zentren

• Rehabilitationskliniken

• Kinderkliniken

oder gruppenübergreifend in:

• Kindertagesstätten

• Kindereinrichtungen

• Schulen

• sonstigen sozialen Einrichtungen

Aufgrund der verschiedenen Arbeitsfelder in der Montessori-Therapie ist die Zusammensetzung des Klientels vielfältig und reicht von der Frühförderung über die gezielte Förderung im Schulbereich bis hin zur Förderung von Senioren und Menschen mit besonderen Bedürfnissen, sowie deren Bezugspersonen.

 

FÖRDERUNG DURCH DIE MONTESSORI-THERAPIE

In der Fördermaßnahme werden Impulse gesetzt und Prozesse angeregt, so dass der Patient in motivierter Eigenaktivität neue Fähigkeiten und Kenntnisse erwirbt. Der Hilfeplan mit klar definierten Förderzielen wird auf der Basis der Gutachten, der "Sensiblen Beobachtung", der Bedürfnisse des Klienten und seiner nächsten Bezugspersonen und der interdisziplinären Gespräche erstellt. In ihm werden die individuellen Ziele der Therapie in folgenden Bereichen für jeden Klienten definiert:

• Sinnes- und Wahrnehmungsstörungen/-ausfälle

• Defizite im Bereich der Körperwahrnehmung

• Bewegungsstörungen (Grob- und Feinmotorik)

• Sprachentwicklungsverzögerungen/-störungen

• kognitive Entwicklungsrückstände

• Teilleistungsschwächen/-störungen

• Konzentrationsschwäche, Aufmerksamkeitsdefizit

• Schulängste/-versagen

• Verweigerungshaltungen

• Verhaltensauffälligkeiten/-störungen

• emotionale, körperliche, geistige Entwicklungsverzögerungen/ -störungen

• Autismus

• seelische, körperliche, geistige Behinderungen/ von Behinderungen bedroht

• genetische Syndrome

• Montessori für Senioren (Demenzerkrankung, Schlaganfallpatienten)

Voraussetzung für die erfolgreiche Fördermaßnahme in den genannten Bereichen ist die Stärkung von übergeordneten Fähigkeiten:
Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein, Selbstachtung, Selbstwertgefühl, Selbstverantwortung, Selbstständigkeit